Wie du mit gutem Feedback die Welt verbesserst.

Egal ob in Schule, Hochschule, im Sport oder Privat. Die Bedeutung guten Feedbacks spielt eine zentrale Rolle für die persönliche Weiterentwicklung des Adressaten. Erhält eine Person keine Rückmeldungen zur eigenen Handlung fällt es schwer, in einen Reflexionsprozess zu gehen, geschweige denn aus der Reflexion heraus entstehende Änderungen in der eigenen Handlungspraxis zu etablieren. Zudem ist die Persönlichkeitsentwicklung nicht nur an die Qualität des täglichen Feedbacks gebunden sondern auch an  die Art und Weise damit umzugehen. Es ist also nicht nur von Bedeutung, diese Rückmeldungen zu erhalten, sondern es ist ebenso relevant, wie diese Informationen gedeutet und angenommen werden. Aber was ist hilfreiches Feedback? Wie kann ich aus Feedback lernen? Wie lerne ich gutes Feedback zu geben?

 

Das Potential guten Feedbacks erkennen und nutzen

Im allgemeinen Verständnis stellt Feedback eine Rückmeldung an eine andere Person dar. Diese Rückmeldung bezieht sich auf Verhalten oder Äußerungen dieser Person und wie dieses wahrgenommen wird. „Feedback ist eine Mitteilung an eine Person, die diese Person darüber informiert, wie ihre Verhaltensweisen von anderen wahrgenommen, verstanden und erlebt werden.“ (Antons, Klaus, 1992, S.108) Im alltäglichen Miteinander geben und nehmen wir häufig unbewusst nonverbales Feedback. Durch ein Lächeln, ein Kopfschütteln oder das Verschränken der Arme zeigen wir den Mitmenschen, wie wir Dinge bewerten. Im Kontext der pädagogischen Bildung wird Feedback jedoch gezielt erarbeitet und zur Unterstützung der Selbstreflexion sowie der Lern- und Entwicklungsprozesse des Lernenden verbal kommuniziert (Vgl. Handreichung: Feedback Geben und Nehmen in der Lehre, Universität Leipzig).

 

Je nach Bildungsziel werden zwei Formen der kommunikativen Rückkopplung zum Lernenden unterschieden. Zum einen das summative, abschließende Feedback und zum anderen das formative, begleitende Feedback. Die entwicklungsbegleitende “Formung” eines Lernenden hat gegenüber der summativen Methode Vorteile aber auch Nachteile. Das formative Feedback zielt auf eine entwicklungsbegleitende Optimierung eines Lernangebots. Dagegen ist das summative Feedback eine abschließende Rückmeldung einer bereits implementierten Bildungsmaßnahme (Vgl.Scriven, 1972). Formative Beurteilung lässt es zu, nicht quantifizierbare Informationen einfließen zu lassen und gibt somit einen weiteren Rahmen für die Rückmeldung vor. Zudem kann es den aktuellen Lernerfolg positiv beeinflussen. Summatives Feedback dagegen, ist eher normorientiert sowie kursbezogen und kann kaum subjektiv sein. Es bewertet das Lernergebnis und nimmt somit lediglich Einfluss auf kommende Inhalte. (Vgl. Goethe Institut, 2017)

 

Was aber macht Feedback zu gutem Feedback? Was muss eine gute Rückmeldung erfüllen? Laut eines Beitrags der Leuphana Universität Lüneburg hat Feedback für den Empfänger vier Funktionen. Die Motivationsfunktion, die Informationsfunktion, die Lernfunktion und die Veränderung des Selbstbildes. Bestenfalls erfüllt die Rückmeldung alle vier dieser Funktionen für den Lernenden. Zudem folgt gutes Feedback gewissen Regeln um hilfreich zu sein. Es soll, beschreibend – nicht bewertend oder beurteilend sein, konkret – nicht verallgemeinernd sein, sondern ein konkret beobachtetes Verhalten wiedergeben, realistisch – nicht utopisch und unerreichbar sein, unmittelbar – also zeitnah und nicht verspätet erfolgen, erwünscht – nicht aufgedrängt sein, auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhend, einladend – nicht zurechtweisend sein, verhaltensbezogen – nicht auf die Persönlichkeit der Person gerichtet sein, angemessen – nicht vernichtend, in der Sprache des/der Empfängers/in und so kurz und präzise wie möglich sein, hilfreich – für die Entwicklung des Feedback-Empfangenden, nicht für die Durchsetzung der Interessen des Gebenden sein (Antons, Klaus, 1992, S.109).

 

Gute Feedbackkultur für eine lernförderliche Atmosphäre nutzen

Der Einsatz von Feedback im Unterricht bietet neben der reinen bewertenden Seite auch weitere Möglichkeiten zur Gestaltung der Inhalte. Offene Feedbackrunden können zu möglichen Herangehensweisen an gezielte Themen innerhalb eines Kurses die Gruppendynamik positiv beeinflussen. Die Empathie zwischen den Lernenden und von Lernenden zu Referierenden steigt durch faire und abwechslungsreichen Einsatz von Feedback. Hier fließt das wechselseitige Feedback unter den Lernenden stark in den Kontext des sozialen Lernens ein. Eine beliebte Methode zum Gruppen-Feedback ist das Blitzlicht. Reihum oder durch Weitergabe eines Gegenstandes kreuz und quer an die Nächste oder den Nächsten kommen alle Teilnehmenden nacheinander zu Wort und schildern ihre Wahrnehmungen des Prozesses bzw. beantworten die vorgegebenen Fragen. Eine andere Möglichkeit ist es, in einer Gruppe schriftliches Feedback zu einem Thema zu sammeln und dieses dann in einem Plenum vorzustellen. Diese Variante schult sowohl schriftliches als auch verbales Feedback in, aber auch vor, einer Gruppe. Diese Methoden können sowohl mit formativen als auch mit summativen Rückmeldungen durchgeführt werden. Verschiedene Feedback-Methoden tragen demnach erfolgreich zur gezielten Unterrichtsgestaltung bei.

 

Spezifische Anforderungen an Feedback im Blended Learning 

Doch wie lässt sich Feedback zielbringend in Blended-Learning-Formate integrieren? Um es vorwegzunehmen, wir betrachten Feedback in beiden Phasen (Online- und Präsenz) als zentrales Bestandteil des Lehr-Lernprozesses. Nicht nur in der Präsenz, sondern gerade während der Online-Phasen haben Referierende verschiedenste Feedbackmöglichkeiten, welche nach Ziel oder Bedarf eingesetzt bzw. kombiniert werden können.

  • privates Feedback an Einzelne,

  • offenes Feedback an Gruppen oder

  • offene Rückmeldung an Einzelne.

Aufgaben welche Online absolviert wurden sollten bestenfalls zeitnah in der Online-Phase mit Rückmeldungen versehen werden. Dies dient der optimalen Vor- als auch Nachbereitung der Präsenzphase. An die erörterten Regeln des Feedbacks muss sich auch im Bereich des Online-Lernens gehalten werden. Bei größeren Fehlern oder offenen Fragen ist es lernförderlich die Inhalte face-to-face erneut aufzugreifen und zu besprechen. Vorteile des Online-Feedbacks sind die bessere Steuerung der genauen Formulierung, da verbales Feedback schneller formuliert wird, als schriftliche Rückmeldungen. Weiterhin können weder Referierende noch Lernende im Feedback unterbrochen werden. Inhalte können demnach störungsfrei kommuniziert werden.

Die räumliche Trennung bringt natürlich auch Nachteile mit sich, welche besondere Berücksichtigung bedürfen. Es fehlen nonverbale Signale, wie Mimik und Gestik im Feedback, was Missverständnisse begünstigt oder die zeitliche Verzögerung von der Leistung zur Rückmeldung kann zu Relevanzverlust führen. Zudem ist das Geben von individuellem, schriftlichen Feedback oft zeitintensiver für Referierende. Eine besondere Herausforderung stellt die Überleitung des Online-Feedbacks in die Präsenz-Phase dar. Um lernförderliche Strukturen zu schaffen, sollen alle Lernphasen Hand in Hand miteinander gehen und sich gegenseitig bedingen. Dies gilt auch für das Feedback. Gezielte, interessante Rückmeldungen aufgreifen, aus der Online-Phase und für die Weiterentwicklung des Erarbeiteten zu nutzen, ist sehr empfehlenswert. Es sollte dringend vermieden werden, dass Lernende durch einseitige Online-Bewertungen den persönlichen Bezug zum Referierenden verlieren.

Feedback in die Lehre integrieren

Besonders im Bereich der LehrerInnenbildung und der Trainerbildung ist es von Bedeutung eine ausgeprägten Feedbackkultur zu pflegen. Denn Ziel der Lehrinhalte muss es sein, die Lernenden zu befähigen selbst gutes Feedback geben zu können. Sowohl unter dem Gesichtspunkt “Feedback als Rückmeldung für den Lernenden” als auch unter der Sichtweise, “Wie lerne ich selbst, anderen gutes Feedback zu geben” sollte gearbeitet werden.  Egal ob im Präsenzunterricht oder im Blended-Learning-Format soll zu Beginn eines Kurses oder einer Ausbildung, der geplante Umgang und die Nutzung von Feedback mit den Teilnehmenden besprochen werden. Ziele der unterschiedlichen Formen der Rückmeldungen sollten klar formuliert werden und mit individuellen Regeln zur Vergabe und zur Annahmen von Feedback festgelegt werden. Es empfiehlt sich dem Referierenden gezielt offenes Feedback in der Gruppe als auch individuelles Feedback im Einzelgespräch einzusetzen. Von Bedeutung ist es zudem den Teilnehmenden untereinander die Chance zu geben sich gegenseitig zu beurteilen sowie zu bewerten und auch Rückmeldungen an den Referierenden geben zu können. Dies unterstützt den Lernenden dabei, den Umgang mit Feedback an eine andere Person zu lernen.

Social Learning Management System

Der zielführende Einsatz von Feedback in den unterschiedlichen Formen ist sowohl in der Präsenz als auch in der Online-Phase wichtig. Zwingend notwendig für gelungene Feedback Arbeit im Blended Learning, ist ein durchdachtes SLMS. Ein SLMS ist ein sogenanntes “Social Learning Management System”, welches auch in den Online-Phasen , durch entsprechende Tools, soziales Lernen ermöglicht. Soziale Online-Lernplattformen bieten verschiedene spezifische Funktionen für diesen Bereich. Edubreak® gibt den Referierenden und Ausbildern die Möglichkeit, um Feedback öffentlich, privat, in Gruppen, allgemein oder ganz spezifisch durch punktgenaue Video-Annotationen zu geben.

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Lisa Welde

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